Nützliche Informationen aus Dezember 2015

19 Feb Nützliche Informationen aus Dezember 2015

1. Änderungen beim Investitionsabzugsbetrag
Tolle Neuigkeiten gibt es für klein- und mittelständische Unternehmen! Die Regelungen des § 7g EStG zum Investitionsabzugsbetrag sind durch das StÄndG 2015 deutlich vereinfacht worden.
Die Grundregel bleibt erhalten: Für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgut des Anlagevermögens kann gewinnmindernd ein Investitionsabzugsbetrag in Höhe von bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gebildet werden. Entsprechend vermindern sich dann beim späteren Reinvestitionsgut, welches innerhalb der nächsten 3 Jahre nach Bildung des Investitionsabzugsbetrags angeschafft oder hergestellt sein muss, die für die Bemessung der Abschreibungen maßgebenden Kosten.

Die Inanspruchnahme eines solchen Investitionsabzugsbetrages setzte bisher jedoch voraus, dass das Unternehmen die Funktion des anzuschaffenden Wirtschaftsguts dem Finanzamt genau mitzuteilen hatte. Zwar war es zulässig die Funktion stichpunktartig zu beschreiben, aber auch hier musste zum Beispiel zwischen Bürotechnik (Laptop, PC-Drucker, etc.) und Büroeinrichtungsgegenstand (Schreibtisch, Bürostuhl, etc.) unterschieden werden. Zudem musste auch immer die konkrete Anzahl der Wirtschaftsgüter konkret benannt werden. Wollte man zum Beispiel fünf neue Bürostühle zu je 100 € erwerben und hierfür einen Investitionsabzugsbetrag bilden musste man dokumentieren: 5 x Büroeinrichtungsgegenstände zu insgesamt 500 €.

Dieser Bürokratieaufwand entfällt ab dem Wirtschaftsjahr 2016! Zukünftig wird bei der Bildung eines Investitionsabzugsbetrags auf die Funktionsbezeichnung vollständig verzichtet. Da auch der Nachweis der konkreten Investitionsabsicht entfällt, kann künftig ein Investitionsabzugsbetrag für ein beliebiges angeschafftes oder hergestelltes Wirtschaftsgut verwendet werden. Der Steuerpflichtige kann also frei entscheiden für welche Investitionen er diese Abzugsbeträge verwendet. Wichtig ist nur dass die Investition innerhalb des Dreijahreszeitraums erfolgt, da anderenfalls eine Rückgängigmachung der Abzugsbeträge mit einer Verzinsung der daraus resultierenden Steuernachforderung erfolgt.

Praxistipp
Unternehmern wird damit ab dem Jahr 2016 ein flexibles Steuergestaltungsinstrument in die Hand gegeben. Investitionsgüter können ausgetauscht werden, ohne dass eine rückwirkende Auflösung des Investitionsabzugsbetrags mit dem entsprechenden Zinsrisiko erfolgt.
Da diese Möglichkeit jedoch erst ab dem Wirtschaftsjahr 2016 besteht, sollte überprüft werden, inwieweit noch in diesem Jahr die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags sinnvoll ist. Denn bis zum Ende dieses Jahres gelten noch die strengen Altregelungen. Da die Summe der möglichen Investitionsabzugsbeträge auf 200.000 € begrenzt ist kann es daher durchaus sinnvoll sein, die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags für eine geplante Investition erst im Jahr 2016 in Anspruch zu nehmen.

2.Sachbezugswerte 2016

Zum 1. Januar 2016 werden die Sachbezugswerte angepasst.
a)Tabellarische Gegenüberstellung der Sachbezugswerte 2015 und 2016 (monatlich)
Art des Sachbezugs Sachbezugswert 2015 Sachbezugswert 2016
Verpflegung insgesamt 229 € 236 €
Frühstück 49 € 50 €
Mittagessen 90 € 93 €
Abendessen 90 € 93 €
Unterkunft 223 € 223 €

b)Tabellarische Gegenüberstellung der Sachbezugswerte 2015 und 2016 (täglich)

Art des Sachbezugs Sachbezugswert 2015 Sachbezugswert 2016
Verpflegung insgesamt 7,63 € 7,87 €
Frühstück 1,63 € 1,67 €
Mittagessen 3,00 € 3,10 €
Abendessen 3,00 € 3,10 €
Unterkunft 7,43 € 7,43 €

Die täglichen Sachbezugswerte berechnen sich mit 1/30 aus den monatlichen Sachbezugswerten.

3. Sozialversicherung ab 2016
a) Beitragssätze 2016
Versicherungszweig Beitragsgruppe Beitragssatz
Gesetzliche Krankenversicherung 1000 (allgemein) 14,6 %
Gesetzliche Krankenversicherung 3000 (ermäßigt) 14,0 %
Gesetzliche Krankenversicherung – durchschnittlicher Zusatzbeitrag * 1,1 %
Allgemeine Rentenversicherung 0100 18,7 %
Arbeitslosenversicherung 0010 3,0 %
Insolvenzgeldumlage 0050 0,12 %
Pflegeversicherung 0001 2,35 %
Pflegeversicherung Kinderlose 0001 2,6 %
Künstlersozialabgabe 5,2 %
*Dieser ist vom Versicherten allein zu tragen.
b) Rechengrößen der Sozialversicherung ab 2016
West Ost
Monat Jahr Monat Jahr
Beitragsbemessungsgrenze: allgemeine Rentenversicherung 6.200 € 74.400 € 5.400 € 64.800 €
Beitragsbemessungsgrenze:
Arbeitslosenversicherung 6.200 € 74.400 € 5.400 € 64.800 €
Versicherungspflichtgrenze: Kranken- u. Pflegeversicherung 56.250 € 56.250 €
Beitragsbemessungsgrenze: Kranken- u. Pflegeversicherung 4.237,50 € 50.850 € 4.237,50 € 50.850 €
*In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gilt dieser Wert bundeseinheitlich.

3. Weitergehende Informationen
Die vorstehenden Ausführungen und Beiträge sind nach bestem Wissen und Kenntnisstand verfasst worden. Es handelt sich nicht um abschließende Informationen und ersetzt keine Beratung. Eine Haftung für den Inhalt dieser Informationen kann daher nicht übernommen werden.

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